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Marketing Automation
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Ein paar grundsätzliche Gedanken zu Marketing Automation

Inhaltsverzeichnis

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Definition Marketing Automation

Unser Thema Marketing Automation – eine Teildisziplin des Customer Relationship Management – bezeichnet alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Softwarelösungen, die Prozesse im Marketing – aber auch z.B. im Vertrieb, Service – automatisieren. Sie bestehen in der Regel aus den Modulen Kundendatenbank, Analyse und Reporting (Business Intelligence), Kampagnenmanagement, Workflowmanagement, E-Mail-Marketing sowie einer Synchronisation mit CRM oder ERP.

Vorrangiges Ziel ist es, manuelle Tätigkeiten zu reduzieren, zu vereinfachen oder ganz durch Software zu ersetzen. Sogenannte Multi-Channel-Kampagnen oder Trigger-Kampagnen sollen beherrschbar werden.

Ein weiteres Ziel ist es, durch automatisierte Offline- und Online-Impulse die Zeit zwischen den persönlichen Kontakten zu verkürzen oder den persönlichen Dialog nach einem digitalen Kontakt auszulösen. Es ist also nicht auf E-Mail-Versand, E-Commerce, automatisierte E-Mails aus dem Webshop oder Social Media Marketing beschränkt.

Ziele in der CRM-, Marketing- und Vertriebssprache sind z.B. mehr und bessere Lead- und Opportunity-Generierung, Cross- und Up-Selling, After-Sales-Angebote, Vermeidung von kognitiver Dissonanz, Differenzierung der Botschaften je Mitglied im Buying Center – und natürlich eine kontinuierliche Kommunikation.

Im Kern ist das Thema ein wichtiger Teil dier Digitalisierung in Ihrem Unternehmen. Eine vollumfängliche Integration in die IT-Landschaft ist für den Erfolg eine Voraussetzung.

Ein wichtiger Leitsatz dazu:

Alles, was automatisiert werden soll, muss standardisiert werden.

Das braucht auch die Bereitschaft zur Standardisierung. Das ist in Marketing, Vertrieb und Service nicht immer ganz einfach. Also: Wo könnte eine Standardisierung hilfreich, nützlich sein?

Unterscheidungen zwischen B2B/ B2C in der Marketing Automation Definition

Grundsätzlich gibt es keine gravierenden Unterschiede. Die Ziele sind völlig identisch.

Die im B2B angesprochenen Punkte gelten auch im B2C, wenn es sich um erklärungsbedürftige Produkte bzw. Investitionsgüter handelt.

Die etwas anderen Prozesse im B2C gelten auch im B2B, wenn es sich um „Schnelldreher“, C-Teile etc. handelt.

B2B

Marketing Automation hilft bei der Beziehungspflege an den verschiedenen Kontaktpunkten (Touchpoints) entlang des Lead- bzw. Kaufprozesses (siehe Abbildung unten). Dabei werden z.B. automatisch personalisierte Nachrichten an Interessenten und Bestandskunden versendet, um sie auf ihrem Weg vom Interesse über die Verhandlungsphase bis hin zum Kauf bzw. Vertragsabschluss und in der After-Sales-Phase zu begleiten. Ziel ist es, den Gesprächspartner immer wieder an das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung zu erinnern, ihn auf sich aufmerksam zu machen und ihn so lange zu beschäftigen (Involvement), bis er sich endgültig für einen Kaufabschluss oder einen Wiederkauf entscheidet.

Im B2B-Bereich handelt es sich häufig um Produkte oder Dienstleistungen, die einen längeren Entscheidungsprozess haben und daher ein dauerhaftes, kontinuierliches Involvement erfordern. Daher liegt hier der Fokus auf dem Versand von umfangreichen Inhalten bzw. relevanten Informationen wie Videos, Whitepapers, Case Studies und E-Books, die meist per E-Mail-Marketing an die Empfänger versendet werden. Dies wird als Lead Nurturing bezeichnet.

Spezial-Thema Buying-Center bzw. Entscheidergremium:

Entscheidungsprozesse in größeren Unternehmen werden in der Regel von einem Entscheidungsgremium durchgeführt. D.h. es sind oft mehrere Personen am Entscheidungsprozess beteiligt. Marketing Automation hilft im Rahmen von CRM-Maßnahmen, mehrere Personen je nach Funktion und Vertriebsphase parallel mit unterschiedlichen Informationen zu versorgen.

BtB
Bild: 1A Relations

Dies ist eine beispielhafte Customer Journey. In der Realität gibt es sehr unterschiedliche Varianten. Selbst ein und derselbe Kunde durchläuft je nach Bedürnis, emotionaler Situation und Vorerfahrung unterschiedliche Customer Journeys

B2C

Der Fokus liegt hier z.B. auf Cross-Selling, Brand-Building, dem digitalen Lead-Management-Prozess und grundsätzlich auf der „Pflege“ der Kundenbeziehung (Loyalität). Mögliche Aufgaben von Marketing Automation in B2C-Unternehmen sind daher z.B. „Erinnerung, dass sich noch Produkte im Warenkorb befinden“, personalisierte und individualisierte Produktempfehlungen und Angebote, die auf den einzelnen Kunden zugeschnitten sind, oder Glückwünsche zum Geburtstag oder Namenstag.

BtB
Bild: 1A Relations

Beispiele, nicht nur für Digital Marketing

Die folgende B2C-Grafik zeigt, wie viele Ansatzpunkte es entlang der Customer Journey für den Einsatz von Marketing Automation gibt. So können Kunden gezielt „bespielt“ werden.

Wichtig dabei: Die Kampagnen sollten differenziert werden nach a) neuen b) aktiven bzw. loyalen c) inaktiven bzw. passiven und d) der speziellen Zielgruppe, die gerade gekündigt hat.

Marketing Automation
Quelle: https://stanandstacy.com/marketing-automation-voor-b2c-retail/

Die Möglichkeiten der Marketingautomation setzen jedoch viel früher an – wenn der Kunde noch nicht gekauft hat und sich noch in der Entscheidungsphase befindet. Was bieten Sie dem Interessenten an, damit er auf Sie aufmerksam wird? Hier ist die Klaviatur innerhalb des CRM riesig.

Beispiele von möglichen Inhalten und Maßnahmen sind:

Marketing Automation
Quelle: evalanche

Also los geht es!

Ab wann können Sie automatisierte Prozesse einsetzen? Erst nachdem Sie aus dem „unbekannten“ Interessenten einen „bekannten“ Interessenten gemacht haben. Dazu muss er sich auf Ihrer Website registriert, eine Visitenkarte hinterlegt, ein Formular ausgefüllt haben. Erst dann können Sie ihn gezielt kontaktieren.

Dennoch Achtung:
Marketing Automation ist zunächst erst mal kein IT-Projekt!

und

„A Fool with a Tool, remains a Fool“,
d.h. eine Software ist nur so gut, wie diejenigen, die sie bedienen.

Einfache Beispiele von Marketing Automatisierung

Kundenregistrierungen:

Begrüßen Sie neue Empfänger, die sich über ein Formular für Ihren Service oder Ihren (Online-)Shop angemeldet haben, z. B. mit einem Zusatz-Angebot, einem Willkommens-Rabatt.

Präsentieren Sie nach dem Erstkauf bewusst ihr gesamtes Produktportfolio durch erste E-Mail-Marketing-Anstöße

Die meisten Kunden wissen nicht, wie umfangreich Ihr Angebot ist. Hier sind erklärende Informationen zu Produkten und Dienstleistungen gefragt, wie z.B. “Was bietet Ihr Unternehmen besonders an? Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz? Aufgeteilt in mehrere Kick-off-Häppchen kann Marketing Automation den Neuregistrierten bzw. Neukunden in den ersten 3 Monaten mit spannenden Inhalten unterhalten.

Bedanken Sie sich für den Erstkauf und das Vertrauen. Fragen Sie nach der Zufriedenheit bzw. ermitteln Sie den Net Promotor Score (NPS).

Double-Opt-in einholen:

Falls nicht sofort passiert, gleich die Werbeerlaubnis per Double-Opt-in (DOI) einholen.

Eine Idee von FLYMINT: „FLYMINT (Anbieter für Lead Management as a Service im B2B) steuert mit Hilfe von Marketing Automation Systemen eine Kampagne, die von den Vertriebsmitarbeitern seiner Kunden ausgelöst wird. Das “manuelle DOI-Mailing”, eine einstufige Kampagne, die auf Basis eines realen Vertriebsgesprächs eine zeitgesteuerte, vertriebsmitarbeiterindividuelle, personalisierte E-Mail an den Kontakt zur Einwilligung (DOI) versendet. Die Wahrscheinlichkeit der Einwilligung (DOI) wird um ein Vielfaches erhöht, da ein persönlicher, kontextbezogener Anlass besteht.

Ergebnis: Über alle Kunden hinweg: 40 – 75 % DOI-Einwilligungen nach telefonischer Kontaktaufnahme durch den Vertrieb.

Saisonale oder kalendarische Impulse:

Versenden Sie automatisch eine E-Mail, wenn z.B. ein Geburtstag, Namenstag, Ostern, Valentinstag, Muttertag, ein Jahrestag der Kundenbeziehung, ein anderes regelmäßiges Datum oder ein besonderer Feiertag ansteht. Dazu gehören auch Aktionen zu Halloween, Cyber Monday etc.

Konkrete Umsetzung des Apteco-Kunden Prezzo (eine italienische Restaurantkette, die in ganz Großbritannien vertreten ist). Die Kampagne: Geburtstag eines Gastes: Ein mehrstufiges E-Mail-Programm spricht Kunden an, die demnächst Geburtstag haben. Ziel: Feiern Sie Ihren Ehrentag bei Prezzo. Der Gutschein kann nur von der eingeladenen Person eingelöst werden.

Nach Bestellungen umgehend aktiv werden: Saisonale oder kalendarische Impulse

Versenden Sie automatisch eine Bestätigungs-E-Mail, sobald ein Kunde etwas in Ihrem Online-Shop kauft. Bitten Sie den Kunden, das Einkaufserlebnis zu bewerten. Wenn er zufrieden ist, bitten Sie ihn, Sie weiterzuempfehlen.

Je nach Einkaufswert senden Sie ihm ein kleines, wertbasiertes Dankeschön. Das Möbelhaus Opti schickt nach dem Kauf eines Kleiderschranks eine hochwertige Decke für das Sofa. La Vialla, der Versender für italienische Esskultur, verschickt kleine Probiermengen von Öl, Soßen oder Pasta.

Typische B2C-Beispiele:

Im Verlauf der Buyer’s Journey können bestimmte Aktionen dazu führen, dass der Lead eine E-Mail erhält: Besucht ein Kontakt beispielsweise die Produktseite XY, erhält er einen Tag später eine E-Mail, in der ihm ein Rabatt von zehn Prozent oder eine besondere Zugabe beim nächsten Einkauf angeboten wird.

Weitere Möglichkeiten sind: War der Interessent auf einer Landingpage,

ohne allerdings zu konvertieren, bekommt er noch einmal einen sanften Reminder etc. Sind die Mails einmal vorbereitet, lassen sie sich durch entsprechende Tokens personalisieren – nicht nur mit der korrekten Anrede, sondern auch inhaltlich.

  • Warenkorbabbrecher automatisiert nachfassen
  • Nachfassen von abgebrochenen Kaufprozessen bzw. nicht beendeten Konfigurator-Zusammenstellungen

Komplexere Beispiele von Marketing Automation System

Wenn … Dann … -Funktion:

Legen Sie in Ihrer Automation Regeln für Abläufe fest, die durch das Nutzerverhalten der Empfänger ausgelöst werden. Wenn ein Leser die Mail öffnet! Dann erhält er eine Folge-Mail A. Öffnet er die Mail nicht, erhält er einen weiteren Newsletter B. Die Definition klarer Regeln hilft hier enorm.

Vom Einmalkauf zum Mehrfachkauf

Nach dem 1. Kauf, das wissen die Direktmarketer, muss bald der 2. und der 3. folgen. Erst dann hat man den Kunden wirklich gewonnen. Marketing-Automation-Pfade sind dafür geeignet, schnell verkaufsfördernde Maßnahmen einzuleiten. Ein Musterablauf kann das Kaufverhalten der ersten 6 Monate von Kunden sein, die inzwischen gute Kunden geworden sind.

Klassische Cross-Selling-Fragen sind bekannt: Kunden, die X gekauft haben, haben beim 2. Kauf Y gekauft oder genutzt.

Tagging:

Wenn Sie die Wenn/Dann-Funktion verwenden, können Sie Ihren Lesern über das Tagging Eigenschaften zuweisen.

Beispiel Hosenkäufer: Mit Hilfe des Taggings können Sie z.B. allen Empfängern, die in der letzten Mail ein Angebot für Hosen angeklickt haben, weitere Informationen zu Hosen zusenden.

A/B-Test:

Welche Betreffzeile kommt besser an? Welcher Inhalt konvertiert besser? Testen Sie verschiedene Formulierungen und Inhalte Ihrer Newsletter gegeneinander, um herauszufinden, worauf Ihre Leser am besten reagieren. Testen Sie nicht nur im B2C, sondern auch im B2B.

Ein Beispiel von Apteco, einem Marketing Automation System-Anbieter: „Fitness First (gehört zu den führenden Fitness- und Gesundheitsdienstleistern in Deutschland) steuert mithilfe von FastStats event-getriggerte Kampagnen aus.

„Mit sogenannten Kampagnenstrecken kann man einem Kunden während der ersten 2 bis 3 Monate seiner Mitgliedschaft an gewissen Punkten über verschiedene Aussendungen dazu motivieren, weiter am Ball zu bleiben und den Kunden in seinem Lebenszyklus individuell begleiten.

Ein andere Idee ist das “Ex-Member-Mailing”, eine mehrstufige Kampagne, die durch die Zeitspanne zwischen Kündigungsdatum und „Heute“ ausgelöst wird. Dabei sind die Kanäle E-Mail, SMS, Direct Mail und Lettershop über den E-Mail-Provider Optivo angebunden (…).“

Eine ganz besondere Marketing-Automation-Lösung – gerade für komplexe Anforderungen – gibt es von BSI

Eine ganz spannende Anwendung für Prozess- und Marketing- bzw. Vertriebs-Automation finden Sie hier. Das Team von BSI hat eine sehr spannende Anwendung entwickelt, die in vielen Fällen wunderbare Effekte erzielen kann. Mit dieser Marketing-Automation-Plattform kann sich das Marketing-Team so richtig austoben. Es kann eine Definition der Customer Journey nach der anderen im System hinterlegen – so wie es das Herz begehrt. Der Variabilität von Vertriebs- und Marketingkampagnen sind kaum noch Grenzen gesetzt.

Weitere Ideen sind:

Erhöhen Sie Ihre Responsequoten für „Offline-Mailings“ sehr deutlich durch den Einsatz von handschriftlich-wirkenden Briefen (z.B. von Pensaki)
Setzen Sie eine persönliche URL (PURL) ein,

um Ihre Interessenten mit Offline-Mailings in die Online-Welt zu bringen, hier einige Beispiele:

  1. https://referenz51.dialogtool.com/Georg-Blum
  2. https://referenz723.dialogtool.com/Georg-Blum
  3. https://referenz36.dialogtool.com/Georg-Blum

Vorteile von Marketing Automatisierung – nicht nur für den Marketer:

Ähnlich dem Motto der Olympischen Spiele „schneller, höher, weiter“ können wir die Vorteile von Marketing Automation für das gesamte Unternehmen zusammenfassen mit „schneller, günstiger, besser.“

Marketing und Sales Automation braucht Standards! Agilität, Freiheit und Individiualität können hier durchaus hinderlich sein.

Die derzeit gerne propagierte Agilität in Marketing und Vertrieb ist gerade hier eher hinderlich, wenn es um Standards geht. Der Einspareffekt im Unternehmen durch Automatisierung wird nur dann erreicht, wenn nicht ständig grundlegende Dinge geändert werden.

Am wichtigsten ist die Antizipation von Kundenreaktionen im Inbound-Marketing-Prozess. Der Fokus liegt auf dem Call-to-Action. Anpassungen durch Learnings sind natürlich erlaubt.

Wieso schneller?

Durch die sofortige Bearbeitung der Interessenten wird die Zeit bis zum persönlichen Erstkontakt (z.B. Visitenkarte Messe bis Telefonat) deutlich verkürzt.

Durch den sofortigen Start des Lead-Nurturing-Prozesses und der Lead-Qualifizierung nach erfolgreicher Lead-Generierung wissen Sie schneller, wie gut oder weniger wichtig der (potenzielle) Kunde ist.

Eine alte Regel im Versandhandel (heute Multi-Channel-Commerce) lautet: Je schneller Sie ihm nach seinem letzten Kauf ein passendes Angebot machen, desto schneller kommt es zum nächsten Kauf.

Wieso günstiger? Durch

… die Freisetzung von Vertrieb- und Marketingressourcen für andere Aufgaben

… den Abbau redundanter Prozessschritte bzw. unrunder Workflows

… Standards halten Sie die Prozesskosten niedrig

wieso besser? Durch …

… höhere Conversion Rates nach der Leadgenerierung

… die Qualität der Abschlüsse

… operative Entlastung

… weniger Zeitdruck

… weniger Stress im Team

… durch bessere Kooperation zwischen Vertrieb, Marketing und Kundenservice

… Erhöhung der Kampagnen-Schlagzahl, auch im Social Media

Wie starten? Ziele definieren, Vorbereitungen treffen, Prozesse analysieren

Beginnen Sie aus der Sicht des Unternehmens zu denken. Formulieren Sie Ihre Ziele. Ganz pragmatische Ziele mit dem Einsatz von Marketing Automation können sein:

  • Ihre Marketing- und Vertriebs-Prozesse vereinfachen, und optimieren sowie komplexe Abläufe minimieren
  • Ihr knapp bemessenes Marketing-Budget optimal nutzen
  • Die Zusammenarbeit Ihrer Marketing-, Vertriebs- und Kundenservice-Mitarbeiter verbessern und so die Abteilungen näher zusammenbringen.

In diesem Zusammenhang kann bereits eine Segmentierung und ein Lead-Scoring der Interessenten sinnvoll sein – denn nicht alle Interessenten sind von gleicher Qualität. In der Regel ist die Lead-Datenbank ein Mix aus potenziellen Kunden,

  • die wahrscheinlich kaufen
  • die nach einer passenden Lösung suchen,
  • die erstmal einfach nur neugierig sind und
  • solche, die niemals konvertieren werden.

Individualisieren, personalisieren durch Automatisierung

Es ist daher nicht möglich, Nachrichten an die gesamte Interessentendatenbank zu senden, da die Datenbank zu viele verschiedene Interessententypen enthält. Eine Möglichkeit besteht darin, die Interessenten zu bewerten. So lässt sich schnell herausfinden, welche Interessenten noch weiter bearbeitet werden müssen und welche an den Vertrieb übergeben werden können. z.B. 25% der Leads sind Sales-Ready-Leads, 25% der Leads sind Schrott.

“Die Interaktionen mit dem Content und gleichzeitig die Aktionen auf der Website geben Aufschluss darüber, wie konvertierungsbereit ein Lead ist. Ein Interessent, der sich die Preise angesehen hat, ist eher zum Kauf bereit als jemand, der einen einfachen Blogpost gelesen hat. Marketing Automation Software ermöglicht es, bestimmten Aktionen ein bestimmtes Scoring zuzuordnen. Ein Marketing Automation Tool mit BI-Funktionalität ermöglicht es dann, die Datenbank so zu segmentieren, dass nur Interessenten mit einem hohen Scoring bestimmte Nachrichten erhalten.” Quelle geprüft am 05.05.2024

Wichtiger Tipp: Erzeugen Sie in Ihrem Unternehmen aktiven Content und keinen passiven Content. Aktiver Content fordert auf zur Interaktion, fördert das Involvement.

Beispiel: B2B

Ein Marketer möchte eine E-Mail an Personen mit einem bestimmten Job-Titel und einer bestimmten Unternehmensgröße versenden.

Beispiel: B2C

Ein Vertriebler möchte die Liste aller Personen dahingehend segmentieren, dass nur Personen, welche Waren in einem gewissen Wert gekauft haben, eine E-Mail mit Sonderangeboten bekommen.

Sobald Sie die Ziele formuliert haben, sollten Sie sich gemeinsam mit Marketing, Vertrieb und Kundenservice Gedanken darüber machen, welche Prozesse automatisiert werden könnten. Dabei werden Sie merken, dass nicht alle Prozesse automatisiert werden können bzw. es Prozesse gibt, bei denen eine Automatisierung gar keinen Sinn macht.

Tipp:

Vergessen Sie nicht, eine gewisse Emotionalität in die Kontaktpunkte der Customer Journey mit einzubauen! 

Exkurs: Definition von Buyer Personas

Buyer Personas helfen Ihnen, Ihre Zielgruppe kennenzulernen und Ihre Wunschkunden besser zu verstehen. Sie erfahren, wie Ihre potenziellen Kunden Entscheidungen treffen und können Ihre gesamten Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen darauf ausrichten. Insbesondere die Entwicklung einer Content-Marketing-Strategie ist nicht möglich, wenn Sie nicht wissen, was Ihre Kunden wollen. Ihre Buyer Personas stellen sicher, dass die Themen, die Sie behandeln, tatsächlich zu Ihren potenziellen Kunden passen und helfen Ihnen, attraktive Angebote zu erstellen. Das führt letztlich zu mehr Conversions, mehr Neukunden – mehr Umsatz.

Aber: Zielgruppenselektionen nach exakt den definierten Buyer-Persona-Kriterien sind in der Realität kaum möglich. Eher sieht es so aus, dass nach 3-5 Kriterien selektiert werden kann – mehr geben die meisten Kundendatenbanken nicht her.

Link Tipp: Guide zur Erstellung von Buyer Personas von IONOS (geprüft am 05.05.2024)

Listbroking kommt vor der Marketing Automation:

Für die Leadgewinnung kommt auch das Listbroking und der Einsatz von Print-Werbemittel wieder in eine Renaissance. Dazu haben wir einen Gastbeitrag, den Sie hier finden.

Marketing Automation Tools und deren unterschiedliche Einsatzgebiete

Grundsätzlich unterscheidet man

  • Tools, die nur den Kanal E-Mail bespielen (E-Mail-Marketing Automation) und
  • Tools, die Multi-, Cross- oder Omni-Channel beherrschen,

wobei Kanäle sind z. B. physische Standorte, FAQ-Websites, soziale Medien, Live-Webchats, mobile Anwendungen und Telefonkommunikation. (Quelle: Wikipedia)

Eine weitere Unterscheidung besteht darin, wie die Software in die Systemlandschaft eingebettet ist. Ist sie isoliert ohne Schnittstellen oder ist sie integriert mit der Möglichkeit von Echtzeitaktionen (Echtzeit bedeutet innerhalb < 5 min).

Einen ersten Überblick über einzelne Software-Lösungen und Software-Plattformen finden Sie in unserem Anbietervergleich. Auch die von uns erstellte German Marketing Automation Landscape gibt Ihnen eine erste Orientierung über mögliche Anbieter.

Falls Sie Fragen zur neutralen Beratung haben – melden Sie sich bitte bei uns.

Besonderheiten, do´s und don´t oder was sind Best Practices

Was ist nun beim Einsatz von Marketing Automatisierung zu berücksichtigen? Hier möchten wir Ihnen eine kleine Aufstellung an die Hand geben.

  • Vom Kleinen zum Großen“ – denken Sie zunächst nicht an komplexe, mehrstufige Prozesse. Beginnen Sie mit einfachen, überschaubaren Prozessen, nutzen Sie bewährte, relevante Inhalte und beobachten Sie die Ergebnisse. Optimieren Sie diese Prozesse, so lernen Sie ständig dazu,
  • Am Anfang geht es auch ohne Big Data. Allein mit 5 Variablen kann der Nutzer schon sehr viel erreichen..
  • „Überdimensionieren Sie das Tool nicht“ – besorgen Sie sich ein Tool, das zu Ihnen und Ihren Anforderungen passt. Die Bandbreite der angebotenen Tools ist riesig – sehr schnell kauft man sich Funktionalitäten ein, die man zwar gerne nutzen würde, aber realistischer Weise in absehbarer Zeit gar nicht nutzen kann. Möglicherweise ist es besser, mit E-Mail-Automation und E-Mail-Kampagnen zu beginnen.
  • „Testen, testen, testen“ – ein Marketing Automation Tool macht nur Sinn, wenn der erwartete Nutzen (siehe „schneller, günstiger, besser“) auch eintritt. Dazu muss getestet werden!
  • „Marketing Automation ist keine reine Marketingaufgabe“ – denken Sie nicht nur in der Marketingkategorie – Automation kann im Vertrieb, im Kundenservice, im technischen Service, in der Werkstatt, in der Produktion etc. stattfinden.

Weitere hilfreiche Unterstützung und Consulting

finden Sie auf einer unserer Lieblingsseiten von Karl Kratz zum Thema Dynamische Landeseite sowie Erstellung einer Landeseite oder im Beitrag die 6 Mythen zu Marketing Automation in unserem exklusiven Artikel für die Marketing-Börse.

Was benötigen Sie für Mitarbeiter-Fähigkeiten?

Das Thema ist eben kein reines Online-Marketing-Thema, sondern erfordert in der Regel auch neue Mitarbeiter. Selten sind diese Kompetenzen im Unternehmen vorhanden. Wenn ja, gut für Sie. Wenn nicht, sollten Sie rechtzeitig definieren, wie die „eierlegende Wollmilchsau“ aussehen muss. Was können Sie im ersten Schritt am Markt beschaffen? Was kann ein Dienstleister am Anfang noch übernehmen? Langfristig ist das eine Kernkompetenz, die ins Unternehmen gehört.

Was ändert sich dadurch im Unternehmen?

Es wird viel weniger in Silos gedacht. Denn Marketing Automation funktioniert nur über Silo- und Abteilungsgrenzen hinweg. Verantwortlichkeiten müssen neu verteilt werden. Hier kommt der Typus “Prozessverantwortlicher” oder “Customer Journey oder Customer Experience Manager” ins Spiel.

Scott Brinker hat sich dazu einmal generelle Gedanken gemacht. Nicht alles finden wir gut. Aber wichtig ist, dass er einmal ein Spielfeld definiert hat. In dem jedes Unternehmen seine eigenen Anforderungen und Typen definieren kann.

Eines ist sicher: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mehr Zeit für das Kreative. Nicht von Anfang an, aber nach 4-6 Monaten hat man das Tool und die Daten im Griff, dann beginnt die Kür.

Resümee: Erfolgreiche Marketing Automation – Was möchten wir Ihnen ans Herz legen?

  • Sorgen Sie für eine gute Adress- und Datenqualität!
  • Denken Sie nicht nur in der Kategorie Online-Marketing. Der Nutzen geht viel, viel weiter.
  • Starten Sie mit ca. 10 Variablen. Diese sollten von hoher Güte und Qualität sein.
  • Denken Sie über Silo und Funktionsgrenzen hinweg!
  • Ermöglichen Sie Fähigkeiten und Verständnis für Marketing Automation!
  • Vereinfachen Sie Prozesse!
  • Erzeugen Sie relevante, personalisierte Inhalte
  • Bauen Sie Standards auf!
  • Schaffen Sie eine bi-direktionale Verbindung zum CRM-System
  • Schaffen Sie Vertrauen durch emotionale Kommunikation mit aktivem Inhalt.

Wir unterstützen Sie gerne – mailen Sie uns.

Was kann Marketing Automation NICHT?

Die Botschaft immer zum richtigen Zeitpunkt zu verbreiten. Aber die Chance, diesen optimalen Zeitpunkt zu treffen, wird immer größer. Analysen – auch durch künstliche Intelligenz – sind dabei sehr hilfreich.

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